Klassische Balletttechnik trifft auf Tanzimprovisation. Ioannis Mandafounis kreiert ein neues Werk für eine kleine Besetzung, das in die Tanzgeschichte eintaucht – getanzt von Tänzern der DFDC und Jón Vallejo, Erster Solist des Semperoper Ballett.
Rosalind Crisp gilt als eine der bedeutendsten und zugleich rigorosesten Tanzkünstlerinnen Australiens. Für den zweiten Teil dieses Doppelabends kreiert sie ein neues Werk mit dem Ensemble der DFDC und Pianist Frédéric Blondy.
Hellerau - Europäisches Zentrum der KünsteDresden
- Fr06.02.202620:00
- Sa07.02.202620:00
- So08.02.202616:00
- Do12.02.202620:00
- Fr13.02.202620:00
- Sa14.02.202620:00
- So15.02.202616:00
Dauer: ca. 120 Min. inkl. Pause
Die Vorstellung am 07.02.2026 und das anschließende Publikumsgespräch werden in DGS verdolmetscht.
Begleitprogramm
Premierenparty
06.02.2026
Im Anschluss an die Vorstellung laden wir herzlich zur Premierenparty ein.
Nachgespräch
07.02.2026
Erfahren Sie mehr über die Hintergründe der Produktion und die beteiligten Künstler*innen.
Byways Trailer
Eins vor, zwei zurück
Seen Unseen
Pressestimmen
„Das alles sprengt Grenzen, Grenzen des Tradierten, Grenzen herkömmlichen Diskurses wie Grenzen des Tanzes.“ – Rico Stehfest, tanznetz
„Piras und Co‘ liefern sich dazu ein Duett, mit dem sie zeigen, dass sie ganz genau wissen, wie es geht. Ihr Gespür für die gemeinsame Improvisation ist hochemotional. Das hat eine beeindruckende Intensität(...).“ – Rico Stehfest, tanznetz
Eins vor, zwei zurück
- Choreografie
- Ioannis Mandafounis
- Tanz
- Emanuele Co'
- Emanuele Piras
- Simon Voitoux Puigrenier
- Jón Vallejo, Erster Solist des Semperoper Ballett als Gast
- Choreografische Assistenz
- Pauline Huguet
- Smaralia Karakosta
- Dramaturgie
- Philipp Scholtysik
Die Bewegungssprache des klassischen Balletts beruht auf klaren Prinzipien. Alles scheint der Überwindung der Schwerkraft zu dienen. Die Körper erscheinen leicht, ihre Masse in Pirouetten oder im Sprung wie aufgehoben. So ist alles nach oben ausgerichtet, Bewegungen nach unten kommen fast nur vor, um Schwung zu holen nach oben. Was passiert, wenn man diese Prinzipien umkehrt? Mit einer kleinen Besetzung setzt sich Ioannis Mandafounis in dieser Arbeit mit typischen Ballettbewegungen auseinander. Sie werden dekonstruiert, auf den Kopf gestellt, unterbrochen und transformiert. Bewegungsabfolgen des klassischen Repertoires werden neben Neufassungen gestellt, die völlig verwandelt sind. Ein aberwitziges Spiel, das die historische Vorlage bei allem Humor trotzdem ernst nimmt – getanzt von Tänzern der DFDC und Jón Vallejo, Erster Solist des Semperoper Ballett.
Es werden Ausschnitte aus folgenden Balletten getanzt: Dornröschen (1890, Choreografie: Marius Petipa), Le Corsaire (1856, Choreografie: Joseph Mazilier), Le Spectre de la Rose (1911, Choreografie: Michail Fokine), Manon (1974, Choreografie: Kenneth MacMillan), Taras Bulba (1940, Choreografie: Rostislaw Sacharow)
Pressestimmen
„Was für eine Körperbeherrschung: Jón Vallejo vollführt Sprünge und Pirouetten, wie man sie im Bockenheimer Depot sonst nicht zu sehen kriegt.“ – Stefan Benz, Darmstädter Echo
„Schluss mit der Konzentration auf die Körpermitte, weg mit dem vertikalen Impuls in die Höhe. Mandafounis lässt die Methode buchstabieren, bevor er sie zu Musik von Tschaikowsky bis Grieg am Beispiel klassischer Choreografien von Marius Petipa bis Michel Fokine parodistisch anwendet.“ – Stefan Benz, Darmstädter Echo
„Ein Pas de deux - wobei ich das wirklich nicht so nennen sollte, denn die zwei wirkten so unkoordiniert, so unbeholfen, und dabei doch sehr professionell. Wobei der eine, der größere, sich elegant mit grazilen, klassischen Tanzbewegungen ausdrückte, und der zweite, der sehr viel kleinere, sich immer wieder mit dem größeren verhakte. All das zu der klassischen Musik von Tschaikowskis Dornröschen. Hier traf klassische Balletttechnik auf Tanzimprovisation. Zum Teil sehr witzig, und ich glaube für die beiden Tänzer sehr anstrengend. In jedem Fall war das für mich der Höhepunkt des Abends. Da entstand ein Moment, sinnlich, und grotesk zugleich.“ – Jan Tussing, hr2 Frühkritik
„Statt klassisches Ballett veralbernd in die Tonne zu kloppen, wird es hier geehrt mit dem Nebeneinander und Verquicken und Verrühren von Eleganz und Superquirligkeit. Alte Gesten werden erläutert in einer Art Ratespiel, „ich“, „nicht“, „du“, „lieben“, Ausschnitte aus fünf Balletten von Petipa („Dornröschen“, 1890) bis MacMillan („Manon“, 1974) getanzt, Orchestermusik vom Band dazu. Alle vier Männer können die Linien, Arabesken, Sprünge, Pirouetten. Vallejo wiederum kann auch eiern, wellen, wirbeln. Er aber bleibt der King, wenn er im Tanz die Zeit anhält.“ – Melanie Suchy, FAZ Rhein-Main
Seen Unseen
- Choreografie
- Rosalind Crisp
- Tanz
- Sophie Borney
- Thomas Bradley
- Lander Casier
- Audrey Desmurs
- Nastia Ivanova
- Marina Kladi
- Yan Leiva
- Antonin Mélon
- Solène Schnüriger
- Ichiro Sugae
- Ashley Alexandra Wright
- Samuel Young-Wright
- Komposition, Klavier
- Frédéric Blondy
- Raumgestaltung
- Rosalind Crisp
- Kostüme
- Dorothee Merg
- Dramaturgie
- Philipp Scholtysik
Was sehen wir, wenn wir Tanz sehen? Tanz beginnt lange, bevor er sichtbar wird. In Crisps Praxis der Live-Komposition sind die subtilen Verschiebungen in der Aufmerksamkeit der Tänzer*innen für die Entstehung von Bewegungen entscheidend. Rosalind Crisp lädt sowohl Tänzer*innen als auch Publikum ein, sich, wenn auch nur für einen kurzen Moment, dort aufzuhalten, wo Bewegung entsteht. Auf der Bühne vollkommen sichtbar und transparent zu sein bedeutet, sich voll und ganz allem zu öffnen, was unsichtbar ist – den subtilen Gewichtsverlagerungen, jedem Atemzug, jeder Empfindung der Schwerkraft – die Zukunft beginnt hier, im Kleinen. Die Aufführung entsteht jeden Abend in unmittelbarer Nähe zum Publikum und bietet so einen detaillierten Blick auf die Entscheidungsfindung der Tänzer*innen. Das Werk ist eine Zusammenarbeit mit Frédéric Blondy, Komponist und Improvisationspianist, dessen musikalische Sprache aus tiefem Zuhören, aus der Körperlichkeit der Bewegung und aus dem Erforschen von Klangfarben entsteht.
ROSALIND CRISP ist eine Choreografin und Tänzerin, sie lebt in Orbost, Australien. Im Jahr 1996 gründete sie das Omeo Dance Studio in Sydney als Ort für ihre choreografische Forschung. Das Studio wurde für zehn Jahre zur Heimat der experimentellen Tanzszene Sydneys. Im Jahr 2003 wurde Crisp von Carolyn Carlson eingeladen, die erste assoziierte Künstlerin ihres „Atelier de Paris“ zu werden. Das Atelier produzierte Crisps Ensemblearbeiten in ganz Frankreich und Europa (2004-2014) und ermöglichte ihr Kooperationen mit französischen, europäischen und australischen Künstler*innen.
Crisp hat mehr als 25 große Werke und zahlreiche Performances geschaffen, sie ist mit ihrer Arbeit auf zahlreichen Festivals auf der ganzen Welt aufgetreten und ist als Lehrerin für ihre Tanzmethodik international gefragt. Ihr umfangreiches Werk hinterfragt Tanz durch eine rigorose Praxis der Live-Komposition – mit aller Bestimmtheit und allen Zweifeln, die damit verbunden sind. Sie versteht die Tänzer*innen als Kunstschaffende. Ihre Arbeiten sind das Ergebnis kontinuierlicher Studiopraxis und dem langfristigen Austausch mit einem multidisziplinären Team von Kolleg*innen. Crisp ist Chevalier de l'Ordre des Arts et des Lettres und Ehrenmitglied der Universität von Melbourne-VCA in Anerkennung ihres Einflusses auf eine Generation australischer Tänzer*innen. Im Jahr 2025 erhielt sie den Creative Australia Award in der Kategorie Tanz.
FRÉDÉRIC BLONDY ist Pianist, Organist, Komponist, und Improvisator. In seiner Arbeit verfolgt er einen organischen und explorativen Zugang zu Klängen. Er hat sich mit zeitgenössischer klassischer Musik, experimenteller Musik, improvisierter Musik, Avantgarde-Jazz, Free Jazz, elektronischer und elektroakustischer Musik auseinandergesetzt und eine langjährige künstlerische Arbeit in Gruppen wie Hubbub und Ethos entwickelt.
Als Künstler tritt Frédéric Blondy seit mehr als 25 Jahren bei zahlreichen Festivals und in Konzertsälen in Europa, Nordamerika, dem Nahen Osten und Asien auf. Als Komponist hat er rund zwanzig Stücke geschrieben, die von Solowerken bis hin zu Orchestermusik reichen und hat mehr als fünfundzwanzig Aufnahmen bei verschiedenen Labels veröffentlicht. Alle spiegeln einen sehr offenen Ansatz in Bezug auf Instrumente, Techniken und Komposition wider. Er beteiligt sich an zahlreichen interdisziplinären Projekten, die Tanz, Video und Performance verbinden, und komponiert außerdem Musik und Sounddesign für Filme und Videoarbeiten. Angetrieben von dem Wunsch, neue musikalische Formen im Rahmen eines Orchesters zu erforschen, gründete er 2011 das Orchestra of New Musical Creation, Experimentation and Improvisation (Onceim), dessen künstlerischer Leiter und Dirigent er derzeit ist.
Pressestimmen
„existenziell und zugleich exzentrisch, wie Nastia Ivanova gestisch und mimisch mit sich ringt“ – Stefan Benz, Darmstädter Echo
„Es ist der Pianist, der am Ende den körperlich eindrucksvollsten Vortrag liefert, wenn es beim Griff in die Tasten wirkt, als würde nicht er das Piano spielen, sondern als hätte das Instrument vom Musiker Besitz ergriffen.“ – Stefan Benz, Darmstädter Echo
„Rosalind Crisp, die den zweiten Teil gestaltete, gilt als eine der bedeutendsten und zugleich rigorosesten Tanzkünstlerinnen Australiens. Hier hat sie sich Wildes ausgedacht, etwas Eigenständiges, wirklich sehr speziell: Tänzer bewegen sich ruckartig, hektisch, kreiselnd, abgehackt, unförmig, auf dem Boden liegend verdrehen sie Gelenke, Fü.e, Augen in grimassierenden Bewegungen, aus ihren Mündern kommen schwierig zu beschreibende Laute - ist das schon Psychiatrie oder noch Tanztheater?“ – Jan Tussing, hr2 Kultur
„Wie sich schließlich Nastia Ivanova und Ashley Alexandra Wright in sich selbst verzwirbeln, aus der Balance werfen, ohne zu stürzen, also mit Kraft koordiniert, das ist tänzerische Hochleistung, wie man sie kennt von der Dresden Frankfurt Dance Company.“ – Melanie Suchy, FAZ Rhein-Main
Deep Dive mit Rosalind Crisp
Partner & Förderer
„Eins vor, zwei zurück“ ist eine Koproduktion mit



























































